Erneut ist ein russischer Zerstörer in der Ostsee beobachtet worden. Laut einem Bericht der „Kieler Nachrichten“ (verlinkt auf https://www.kn-online.de/schleswig-holstein/russland-verlegt-weiteren-zerstoerer-der-nordflotte-in-die-ostsee-3FEFTRMUHJDMRDQ3ZJILZMOTWQ.html?utm_source=e421975b8fcd1efad644efc0d0bcacd7&utm_campaign=f6f5bd40-812b-4d18-82e9-82084a3cee68&aid=ebc5143f208ed18590f39210e3154b2c5a975daa2658d253c39e9b60bf3ed5e6) ist die „Severomorsk“ auf dem Weg von der Nordflotte zur Ostseeflotte nach Pillau (Russisch: Baltijsk) unterwegs und wurde am Mittwoch vor Fehmarn gesichtet. Damit hätte Russland zwei Zerstörer in der Ostsee, ein erster wurde bereits im Mai verlegt. Dem Bericht zufolge soll das Aufklärungsschiff „Oste“ der Deutschen Marine bereits auf den Zerstörer gewartet und die Verfolgung aufgenommen haben. Dabei soll ein „neues Verhalten“ der russischen Marine beobachtet worden: Die „Severomorsk“ habe nach dem Verlassen der dänischen Gewässer im Großen Belt aufgedreht und sei mit Bugwelle und 18 bis 19 Knoten durch die Tunnelbaustelle bei Puttgarden gefahren. Das deutsche Verfolgungsschiff sei dem Schiff mit über 19 Knoten gefolgt. Marineexperte Sebastian Bruns sagte gegenüber den „Kieler Nachrichten“: „Das ist schon ein Zeichen. Wir sehen, dass die russische Marine versucht, in der Ostsee klare Zeichen zu setzen und Oberwasser zu bekommen“. Die Verlegung sei auch ein Signal an die Ostseeanrainer: „Finger weg von der Schattenflotte ist dabei eine Botschaft“. Den „Kieler Nachrichten“ zufolge sei der Vorgang um die „Severormorsk“ mit der Ausfahrt von vier Tankern der Schattenflotte zusammen gefallen, die mit russischem Rohöl und LNG den Fehmarnbelt passierten. Mit der russischen Schattenflotte sind Tanker und andere Frachtschiffe mit undurchsichtigen Eigentümerstrukturen gemeint, die Russland benutzt, um Sanktionen infolge seines Angriffskriegs gegen die Ukraine etwa beim Öltransport zu umgehen. Einer EU-internen Analyse (verlinkt auf https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/politik_ausland_nt/article68f58c4e7e2d7167e63bb666/bis-zu-1-400-schiffe-russlands-schattenflotte-beunruhigt-eu.html) zufolge wird die Größe der Flotte mittlerweile auf 600 bis 1400 Tanker geschätzt. Zudem wird davor gewarnt, dass Schiffe der Schattenflotte als Plattform für den Start von Drohnen für Stör- oder Spionageangriffe genutzt werden können.